Die Kunstinstallation „Schmerzpunkt“ ist im Rahmen des Kunstwettbewerbs zum Katholikentag 2026 entstanden. Sie versteht sich als künstlerischer Beitrag zu einer Erinnerungskultur, die sexualisierte Gewalt und den Missbrauch geistlicher Autorität in der katholischen Kirche sichtbar macht und die Verantwortung der Institution in den Blick nimmt.
Die Künstlerin Susanne Wagner greift dafür auf eine Form der Schmerzdarstellung zurück, die aus der Medizin bekannt ist: den roten Punkt, mit dem schmerzende Körperstellen markiert werden.
Das Zeichen „Schmerzpunkt“ entsteht durch eine rote Sprühmarkierung, die ein Umhängekreuz umgibt. Dabei wird gedanklich eine Stelle im Brustbereich, in der Nähe des Herzens, markiert. Wird das Kreuz abgenommen, bleibt innerhalb der roten Markierung seine Kontur als Leerstelle zurück.
Mit dieser bewusst reduzierten, aber eindringlichen Darstellung macht Susanne Wagner das Unbegreifliche und Unsichtbare des Missbrauchs sichtbar. Der Schmerzpunkt verweist dabei nicht zwangsläufig auf einen konkreten Ort des Geschehens. Vielmehr markiert er angebracht an Kirchen und anderen kirchlichen Orten die institutionelle Verantwortung der katholischen Kirche. Er erinnert an das erlittene Leid, mahnt zur Solidarität mit den Betroffenen und fordert zum Handeln auf.
Wir möchten dafür werben, auch an der eigenen Kirche einen Schmerzpunkt anzubringen, damit das Zeichen an möglichst vielen Orten im Bistum Aachen sichtbar wird. Sie erinnern an die Verantwortung der katholischen Kirche, sich mit sexualisierter Gewalt und dem Missbrauch geistlicher Autorität auseinanderzusetzen, Betroffenen solidarisch zur Seite zu stehen und eine aktive, verantwortungsbewusste Erinnerungskultur zu gestalten. Zugleich sind sie ein Zeichen dafür, wie wir Kirche verstehen wollen: als eine Gemeinschaft, die sich ihrer Verantwortung stellt, Leid nicht verschweigt und Konsequenzen zieht.
Die Schmerzpunkt-Tafeln können bei Interesse über den Diözesanrat Aachen bezogen werden. Melden Sie sich dazu gerne unter: info@dr-aachen.de
